Fingerhut: Eine leicht zu pflegende Pflanze für den Garten
Der Fingerhut ist eine bemerkenswert pflegeleichte Pflanze, die sich hervorragend für den Einsatz in Gärten eignet. Mit seiner schmalen und hohen Wuchsform bevorzugt er halbschattige Standorte und bringt so einen Hauch von Wildnis in den heimischen Garten. Doch trotz seiner Schönheit ist Vorsicht geboten, denn der Fingerhut ist eine sehr giftige Pflanze.
Inhaltsverzeichnis
Die Pflege des Fingerhuts: Das Geheimnis liegt in der Nachahmung der Natur
Der Fingerhut ist in der freien Natur häufig an Waldrändern zu finden. Dort gedeiht er am besten in halbschattigen Standorten mit humosem und nährstoffreichem Boden. Um diese Bedingungen im eigenen Garten zu schaffen, kann Kompost und eine lockere Laubdecke verwendet werden. Der Fingerhut ist erstaunlich trockenheitstolerant und benötigt daher nicht viel Pflege, sobald er erst einmal angewachsen ist.
Die Vermehrung des Fingerhuts erfolgt nahezu von alleine durch Selbstaussaat. Wer die Ausbreitung der Pflanze etwas einschränken möchte, sollte die verblühten Samenstände entfernen. Ansonsten ist der Fingerhut eine robuste Pflanze, die in der Regel weniger von Nacktschnecken heimgesucht wird und die nicht viel gegossen werden muss.
Der ideale Standort für den Fingerhut
Der Fingerhut ist eine Pflanze, die eine lange Pfahlwurzel ausbildet und sich daher besonders gut für Standorte vor Gehölzen oder unter Bäumen eignet. Zusätzlich zur Wahl des richtigen Standortes spielt auch die Auswahl der passenden Nachbarpflanzen eine wichtige Rolle. So können beispielsweise Purpurglöckchen, Funkien, Storchschnäbel oder Frauenmantel hervorragend zu Füßen des Fingerhuts gepflanzt werden. Als mittelhohe Partner bieten sich Akeleien, Prachtspieren und Glockenblumen an.
Fingerhut Pflanzzeit: Die richtige Vorgehensweise
Um den Fingerhut erfolgreich zu pflanzen, ist es wichtig, seinen Lebenszyklus zu verstehen. Fingerhüte wachsen zweijährig, d.h. im ersten Jahr nach der Aussaat bildet die Pflanze eine winterharte Blattrosette, im zweiten Jahr kommt sie zur Blüte. Nach der Blüte versamt sich die Pflanze und es entsteht eine neue Blattrosette, die im Folgejahr erneut blüht. Dieser Zyklus wiederholt sich immer wieder.
Die Aussaat des Fingerhuts sollte daher idealerweise zwischen Juni und August erfolgen. Wer nicht selbst aussäen möchte, kann auch „blühfertige Pflanzen“ kaufen, bei denen die Gärtnerei die einjährige Vorarbeit bereits erledigt hat. Sollten sich später unerwünschte Sämlinge im Garten ausbreiten, können diese im frühen Stadium problemlos umgepflanzt werden.
Empfehlenswerte Fingerhut-Arten und -Sorten
Der Klassiker unter den Fingerhut-Arten ist die Wildform Digitalis purpurea, die mit ihren rosa bis pinkfarbenen Blüten eine Höhe von rund 120 bis 140 cm erreicht. Es gibt jedoch auch zahlreiche Zuchtformen mit größeren Blüten oder in anderen Farben wie beispielsweise ‚Gloxiniaeflora‘ in der gleichen Farbe wie die Wildform, ‚Pam’s Choice‘ in Weiß mit weinroten Tupfen oder ‚Apricot‘ in Aprikosenfarbe.
Zu den empfehlenswerten Arten zählt auch der heimische Fingerhut Digitalis gradiflora mit strahlend hellgelben Blüten, der etwas kleiner bleibt als die Wildform. Eine weitere attraktive Art ist der Rostbraune Fingerhut Digitalis ferruginea aus Südosteuropa, der mit seinen mattgelben bis gelbbraunen Blüten eine beeindruckende Erscheinung ist.
Fazit
Der Fingerhut ist eine robuste und pflegeleichte Pflanze, die in jedem Garten einen Platz finden kann. Mit seiner Vielzahl an Arten und Sorten bietet er zudem eine große Auswahl an Farben und Formen. Doch trotz seiner Schönheit sollte immer bedacht werden, dass der Fingerhut eine sehr giftige Pflanze ist und daher mit Vorsicht behandelt werden sollte.


